/PRESSE

Konzerte, Stadtführungen, Freilichtspiele

Verein Kulturtafel legt wieder los – Förderer unterstützen mit Geld und Eintrittskarten

HEILBRONN/GUNDELSHEIM  Sie ist erst mal vorbei, die veranstaltungsarme Zeit: Kulturschaffende und Kulturgenießer lassen sich wieder genussvoll aufeinander ein. „Der Heilbronner Verein Kulturtafel kann seinen Gästen endlich wieder etwas bieten“, freut sich Geschäftsführer Richard Siemiatkowski-Werner. Bei einem Begegnungstag mit Mitgliedern und Förderern in Gundelsheim ging es um Konzerte, Stadtrundfahrten im Doppeldeckerbus, aber auch um Besuche bei regionalen Freilichtspielen und der Eppinger Gartenschau. Alles ist bereits finanziert – dank großzügiger Spenden von Firmen, Stiftungen und Privatleuten. 

Gegen die Einsamkeit Gäste der Kulturtafel sind Kulturinteressierte mit wenig Geld. Zu wenig, um sich Eintrittskarten leisten zu können. Die Kulturtafel beschenkt sie mit einer kostenlosen Einladung zu regionalen Events und schenkt ihnen damit viel Freude und oft auch einige Stunden gegen die Einsamkeit. Denn viele sind alleinstehend, nicht mobil und haben wenig Kontakte. Die Pandemie hat sie besonders hart getroffen. 

Einige von ihnen waren beim Begegnungstag in Gundelsheim dabei, schließlich sollte der Bus keine freien Plätze haben. Erste Station war das Siebenbürgische Museum auf Schloss Horneck. Dort führte Kurator Dr. Markus Lörz die Gruppe durch die fast 900-jährige Geschichte und Kultur der Siebenbürger Sachsen.   Mit 20 000 Objekten beherbergt das Museum die bedeutendste Sammlung zur Kunst- und Kulturgeschichte außerhalb Rumäniens. Die Esskultur von hier genossen die Gäste bei einem deftigen Gaisburger Marsch auf dem Landgasthof Schäfer auf dem Michaelsberg. Die Kunst der Schokolade-Herstellung gab es in der Konditorei Schell zu probieren. 

Liebevoll Dort gab es auch eine große Scheckübergabe: Nadine Nikisch übergab dem Kulturtafel-Vorsitzenden Karl Pommée symbolisch einen Betrag über 7977,50 Euro – aus dem Stiftungstopf der Hellmut- und Frida-Mogler-Stiftung in Heilbronn. „Für Ihre liebevolle Betreuung älterer Menschen in Heilbronn“, dankte sie anerkennend. 

Für Konzerte des Heilbronner Sinfonie-Orchesters hat der gemeinnützige Verein Kultutafel im Januar bereits 85 Karten gekauft und weitergegeben. Im Juni werden Bewohner von vier Heilbronner Pflegeheimen mit dem roten Doppeldeckerbus eine Stadtführung  erleben, das Fahrzeug ist an vier Tagen je vor- und nachmittags gebucht. Außerdem bemüht sich der gemeinnützige Verein um verbilligte oder geschenkte Eintrittskarten zu Freilichtspielen und die Eppinger Gartenschau. Präsentiert wurden am Begegnungstag auch die 35 noch zusammenhängenden Gutscheine für Eintrittskarten zu Konzerten des Württembergischen Kammerorchester WKO. Sponsor: die Heilbronner Stadtsiedlung. Jede Karte ist 40 Euro wert. Ub

Bildtext: Konzertgutscheine und ein Scheck von Denise Nikisch (Mitte): Richard Siemiatkowski-Werner, Roswitha Löffler, Ulrike Bauer-Dörr, Karl Pommée von der Kulturtafel (v. l.): Foto: privat 

Mi, 04. August 2021

Raus aus der Stille, zurück ins gesellschaftliche Leben

Mogler-Stiftung unterstützt Kulturtafel und Kreisseniorenrat mit 11 550 Euro für Kartenankauf und neue Projekte

 Im WaldHaus übergab Denise Nikisch (Mitte) die Schecks an (v. l. ) Artur Kübler, Richard Siemiatkowski-Werner, Ulrike Bauer-Dörr und Karl Pommée. Foto: privat

HEILBRONN Monatelang ging gar nichts mehr. Die Älteren blieben in Corona-Zeiten zuhause, mieden Kontakte, befolgten vorbildlich immer neue Anweisungen und nahmen klaglos massive Einschränkungen hin. Vor allem einkommensschwache, alleinstehende Senioren vereinsamten und  verfielen in Depressionen, weiß Richard Siemiatkowski-Werner, Geschäftsführer des Heilbronner Vereins Kulturtafel und Vorstand des Kreisseniorenrats.

Gas geben Ohne Kultur-Veranstaltungen gab es auch keine von den Veranstaltern oder Privatpersonen gespendeten Eintrittskarten mehr. Doch jetzt sieht man Licht am Ende des Tunnels: „Die Kulturtafel gibt wieder Gas und holt die Leute raus dem Haus“, das verspricht Vorsitzender Karl Pommée für die bevorstehenden Sommermonate.

Möglich macht das eine Spende der Heilbronner Hellmut- und Frida-Mogler-Stiftung.  Insgesamt 11 500 Euro übergab Denise Nikisch an die beiden gemeinnützigen Vereine, die sich dem Wohl der älteren Generation verpflichtet fühlen: 6300 bekam die Kulturtafel, 5250 Euro der Kreisseniorenrat. Übergeben wurden die Schecks im WaldHaus am Jägerhaus.  Betreiber Reinhold Ehrle hat der Kulturtafel in der Vergangenheit immer wieder kostenlos Eintrittskarten zur Weitergabe an mittellose Ältere zur Verfügung gestellt, auch diese Kulturstätte wartet seit einem Jahr darauf, dass es mit Konzerten, Theater und Kabarett endlich wieder losgehen kann.

Solidarität „Aus Solidarität mit den Kulturschaffenden“ wird die Kulturtafel in den kommenden Monaten mehrere hundert Karten zukaufen und an ihre registrierten Gäste weitergeben. Denn mit gespendeten und geschenkten Theater- und Konzertkarten rechnet der vor sieben Jahren gegründete Verein vorerst nicht. Auch der Verein Heilbronner Stimme / Aktion Menschen in Not wird die Kulturtafel mit einer Spende aus einer Sonderausschüttung bedenken: Für den Kartenankauf für Bedürftige sowie für vier geplante Bustagesfahrten zur Landesgartenschau in Überlingen und eine Schwarzwahlfahrt nach Baden-Baden und Freudenstadt.

Enkeltrick Für den Kreisseniorenrat dankte Vorsitzender Artur Kübler der Mogler-Stiftung. Mit dem Geld werden die Gruppen-Veranstaltungen „Oma, ich brauch Geld“ fortgeführt, in denen Ältere vor Enkeltrick-Betrügern gewarnt werden. Es ist eine Vortragsreihe zu altersrelevanten Themen angedacht, außerdem soll das Heilbronner Seniorenorchester in zehn Pflegeheimen Musiknachmittage anbieten. ub

Info: www.kreisseniorenrat-heilbronn.de; www.kulturtafel-heilbronn.de.

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